Regelkunde

Dieser Abschnitt stellt Richtlinien für das Verhalten auf, das beim Golfspielen erwartet wird. Wenn diese Richtlinien eingehalten werden, können alle Spieler die größtmögliche Spielfreude erreichen. Das vorherrschende Prinzip ist, dass auf dem Platz stets Rücksicht auf andere Spieler genommen werden sollte.
Auch wenn viele Spieler Golf einfach nur als Freizeitspaß ansehen, so ist doch im Umgang mit anderen die notwendige Rücksichtnahme zu beachten und der eigene Egoismus oder die eigene Nachlässigkeit auf ein Maß zu reduzieren, dass andere Spieler nicht nachteilig dadurch betroffen sind.

Golf ist der einzige Sport ...

... bei dem man sich selbst einen Strafschlag geben kann. Diese Besonderheit allein wäre Grund genug, Golf zum Volkssport Nr. 1 zu machen, denn Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit, Anstand, Anerkenntnis der eigenen Schuld und die strikte Einhaltung von Regeln werden außerhalb unserer Golfclubs immer seltener. - Golf ist keine Schiedsrichter-Sportart. Haben Sie jemals erlebt, dass ein Fußballer auf ein selbst begangenes Foul hingewiesen hat? Doch nach ihrer aktiven Zeit strömen sie zu Hauf in die Golfclubs, und das ist gut so. Bei Politikern ist es übrigens ähnlich, doch dann leider für unser Land zu spät. Auch verdanken wir den schottischen Schäfern ein Spiel, das in seiner archaischen Kompromisslosigkeit ein Spiegelbild des damaligen Lebens war: „Der Ball wird gespielt, wie er liegt." Noch in den zwanziger Jahren griff der legendäre Walter Hagen zum Wedge, um seinen auf dem Grün eingebohrten B411 an die Fahne zu schlagen, weil die Turnierleitung ein Besserlegen auf den Grüns verboten hatte. Inzwischen enthält das Regelwerk ein Höchstmass an golferischer Gerechtigkeit. Erleichterungen wie Aufnahme des Balles, sein Austausch bei leichten Blessuren und Schaumwäsche an jedem Abschlag. Auch bieten Kaninchenlöcher, Maulwurfshügel und Fuchsbauten legale Begründungen, problemlos aus jedem Wald herauszukommen.

Nein, wir wollen nicht mehr zurück in die unberechenbare Natur! Wir genießen die gepflegten Grüns und Fairways, die sicheren befestigten Wege, trockene Füße auch in verregneten Wintern. Die Schlägerindustrie nimmt uns die Verantwortung für unsere schlechten Schläge ab, indem sie uns jedes Jahr neue Modelle verkauft, die unsere individuellen Schwünge im Schlagmoment automatisch in gerade Schläge verwandeln. Die hohe Kompression der High-Tech-Bälle gestattet es nur weitsichtigen Golfern, ihren Ball bis zum Aufprall zu verfolgen.

Und dennoch gibt es noch immer Spieler, die ihren Frust beim bösen Platz und dem unzulängliche Equipment abladen. Ihnen kann geholfen werden: Seien Sie unvorsichtig und tippen Sie aus Versehen mit der Fußspitze an den Ball, so dass der seine Lage verändert. Und dann geben Sie sich selbst einen Strafschlag! Der Lohn ist ein glücksbringender Cocktail körpereigener Dopamine, denn Sie haben soeben fünf Tugenden auf einmal praktiziert! Nach wenigen Minuten fühlen sich die Älteren richtig gut und die Jüngeren echt cool! Garantiert!

Regelseite DGV

Spiel- und Platzordnung Wilkinghege

Regelwerkstatt 2016

Was unterscheidet Golf von allen anderen Sportarten – und was müssen wir tun, um diese Einzigartigkeit zu erhalten?

Die meisten Golfer genießen ihren Sport unter anderem als ´Spiel in der freien Natur´. Dabei darf man das mit der freien Natur jedoch nicht zu genau nehmen: Golf findet zwar im Freien und meist in schöner Umgebung statt, aber Anlage und Betrieb eines Golfplatzes unterliegen vielen Vorgaben und Vorschriften, die die freie Enfaltung der Natur erheblich in Schranken halten.

Aber auch davon abgesehen ist ein Golfplatz nicht mit Geländen für andere Freiluftsportarten zu vergleichen wie z.B. Tennis oder Fußball. Die sind mit einer überschaubaren Menge von Vorschriften leicht zu normieren, was die Zahl der möglichen unterschiedlichen Spielsituatio-nen erheblich eingrenzt. Das wiederum hat zu Folge, dass die Zahl der Spielregeln, die für diese Sportarten notwendig sind, nicht groß sein muss. Außerdem ist das jeweilige Spielge-lände so überschaubar, dass für die Spielüberwachung ein einziger, speziell ausgebildeter Schiedsrichter ausreicht. Der einzelne Spieler braucht keine exakte Regelkenntnis, und vor allem trägt er für die Einhaltung der Regeln keine Verantwortung: Ein Regelverstoß wird nur dann geahndet, wenn der Schiedsrichter ihn bemerkt.

Beim Golfspiel ist die Lage grundlegend anders, und das führt zu weitreichenden Problemen:

Ein Golfplatz ist sehr vielgestaltig. Er lässt sich zwar gut in allgemeinen Kategorien beschreiben (Gelände, Hindernis, Hemmnis usw.), vor Ort hat es der Spieler aber mit vielen sehr unterschiedlichen Gegebenheiten zu tun (Bodenbeschaffenheit, Bewuchs, Lage des Balles usw.), die im Zusammenwirken erhebliche Schwierigkeiten verursachen können. Für jede dieser außerordentlich vielfältigen Situationen muss aber genau geregelt sein, welche Möglichkeiten für die Fortsetzung des Spiels zulässig sind. Und das führt unausweichlich zu einem Regelwerk, das so umfangreich und kompliziert ist wie bei keiner anderen Sportart.

Damit Golf als faires Wettspiel betrieben werden kann, muss gewährleistet sein, dass diese Regeln auf der gesamten Runde und bei jedem Schlag exakt eingehalten werden. Die Kontrolle durch einen zentralen Schiedsrichter ist unmöglich, da an vielen voneinander entfernten Stellen gleichzeitig gespielt wird. Jeden Flight oder gar jeden Spieler von einem Aufseher begleiten zu lassen, ist aus praktischen Gründen undurchführbar. Deshalb bestimmt das Regelwerk, dass – außer bei besonderen Spielen auf Verbandsebene oder höher - jeder Spieler selbst die ausschließliche Verantwortung für die Einhaltung der Regeln trägt, also sein eigener Schiedsrichter ist.
Es ist ein ziemlich weit verbreiteter Irrtum, dass im Wettspiel der von der Spielleitung benannte Zähler Schiedsrichterfunktion hat. Der Zähler ist aber lediglich Protokollant und muss das notieren, was der Spieler ihm sagt. (Als einziges Zeichen dafür, dass er die Angaben des Spielers für unrichtig hält, kann er seine Unterschrift auf der Zählkarte verweigern). Natürlich kann der Spieler, wenn er unsicher ist, den Zähler wie auch jeden anderen nach seiner Auffassung über die anwendbare Regel befragen. Entscheiden aber, wie er spielt, muss er allein.

Allerdings sind mit einem ausgedehnten Regelwerk (die Golfregeln samt den Entscheidungen in schwierigen Fällen füllen ein Buch von mehr als 1000 Seiten!) und der Beförderung jedes Spielers zum Schiedsrichter über sein eigenes Spiel die oben aufgeführten Probleme zu-nächst nur formal gelöst. In der Spielrealität müssen zwei unabdingbare Voraussetzungen erfüllt sein:

1. Jeder Spieler muss über eine sichere Regelkenntnis verfügen – zum Allermindesten in den Situationen, die mehr oder minder täglich vorkommen können.

2. Jeder Spieler muss in allen Situationen ohne Ausnahme den Fairnessgedanken (spirit of the game) vor jede Versuchung stellen, sich regelwidrig einen Vorteil zu verschaffen. Jeder Spieler weiß, wie schwer es immer wieder ist, auch in Situationen, in denen man sich für unbeobachtet hält, gegen jeden noch so kleinen Regelverstoß stabil zu bleiben und im Ernstfall sogar gegen sich selbst eine Strafe zu verhängen. Alle müssen sich darauf verlassen können, dass jeder sich den Regeln entsprechend verhält. Davon lebt das Spiel! Jeder Spieler, der sich nicht an die Regeln hält, bedeutet eine Gefahr für die allgemeine Bereit-schaft, es mit den Vorschriften genau zu nehmen.

Die Spielmoral ist Teil des allgemeinen Anstands und dem entsprechend nicht durch Anord-nung zu verbreiten. Sie ist am besten zu fördern, wenn die Mehrheit sich korrekt verhält. Appelle sind nützlich, Strafen bei Verstößen sind notwendig. Die größte Wirkung hat das gute Beispiel.

Korrektes Verhalten beim Golf setzt aber unabdingbar die genaue Kenntnis der Regeln voraus. Und daran muss man das ganze Golferleben lang arbeiten. Immer wieder muss man sich aufraffen, Neues zu lernen, Altes aufzufrischen.

Dem soll die im letzten Rundschreiben angekündigte Aktion dienen, die zunächst für die kommende Saison geplant ist: Alle Spielgruppen unseres Clubs erhalten eine Sammlung von Merkblättern, auf denen jeweils zu einem Thema die wesentlichen Bestimmungen zusammengefasst sind, die im Regelwerk häufig an ganz unterschiedlichen Stellen stehen. Der Text jedes Merkblattes ist in der Länge so gehalten, dass er bequem in eineinhalb bis drei Minuten gelesen werden kann.

© Jörn Roth

Vorrecht auf dem Platz

Darf man seine Runde auch auf einer anderen als der Bahn 1 beginnen?

Trotz der weiter steigenden Inanspruchnahme unseres Platzes wollen wir weiterhin versuchen, im allgemeinen Spielbetrieb ohne eine vorgegebene Startliste für die Bahn 1 auszukommen. Ziel ist es, die Kapazität unseres Platzes durch eine eindeutige Regelung voll auszunutzen, die bei Andrang am ersten Abschlag auch den Start auf anderen Bahnen erlaubt. Die Bestimmungen dazu sind bereits in unserer bestehenden Spiel- und Platzordnung enthalten, aber vielfach nicht bekannt. Dabei spielt eine Hauptrolle das Spielrecht in seinen drei Stärkestufen: Das starke, das normale und das schwache Spielrecht.

Die drei Spielrechtstufen sind wie folgt zugeordnet:

1. Starkes Spielrecht (absolutes Vorrecht) haben alle Spielergruppen eines vom Club veranstalteten oder autorisierten Wettspiels, das durch eine Startliste als solches gekennzeichnet ist.

2. Normales Spielrecht haben alle Nicht-Wettspiel-Flights, die

  •   ihre Runde am Abschlag 1 begonnen haben und
  •   die Bahnen in der vorgeschriebenen Reihenfolge spielen und
  •   keine weiteren Spieler zum Mitspielen aufnehmen.

       Entfällt eine der Bedingungen im Verlauf der Runde, so hat die Spielergruppe nur noch schwaches Spielrecht.

3. Alle übrigen Spielergruppen haben schwaches Spielrecht.

Die in den Golfregeln erfassten Überhol- und Durchspielvorgänge spielen sich immer nur zwischen Spielergruppen mit gleichem Spielrecht ab. Im Zweifelsfall sollten sich die beteiligten Flights gegenseitig über ihr jeweiliges Spielrecht informieren.Bei gleicher Berechtigung gilt: Spieler oder Spielergruppen, die mehr als die Länge von zwei vollen Schlägen hinter der vorhergehenden Gruppe zurückbleiben, müssen die Nachfolger unverzüglich zum Durchspielen auffordern, wenn diese in ihrem Spiel beeinträchtigt werden. Die Pflicht zur Aufforderung besteht unabhängig von der Zahl der Mitglieder in der Nachfolgegruppe.

Behindert ein Flight mit geringerem Spielrecht einen höher berechtigten Flight, so darf er diesen nicht zum Durchspielen auffordern, sondern muss die Bahn ohne Verzug verlassen und darf allenfalls auf einer freien Bahn, auf der er niemanden behindert, unter schwachem Spielrecht weiterspielen.

Außerhalb offizieller Wettspiele gilt an Samstagen, Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen am ersten Abschlag folgendes Abschlagvorrecht: Es starten Vierer- vor Dreier- vor Zweiergruppen. Einzelspieler müssen zurückstehen; sie sollten sich nach Möglichkeit mit anderen Spielern zusammenschließen.
Auf der weiteren Runde gelten die allgemeinen Durchspielregeln unter Berücksichtigung des Spielrechts.

Bei Platzpflegearbeiten in Reichweite des nächsten Schlages darf das Spiel auf keinen Fall fortgesetzt werden, bevor diese beendet sind oder ein Platzpfleger ein Zeichen zur Fortsetzung des Spiels gegeben hat.

 

 © Dr. Jörn Roth

Ball fallen lassen (1)

ohne Strafschlag an einem unbeweglichen Hemmnis oder bei ungewöhnlich beschaffenem Boden.

Erleichterung darf man nur nehmen, wenn der Ball außerhalb eines Wasserhindernisses liegt und das unbewegliche Hemmnis die Lage des Balles, den Raum des beabsichtigten Schwunges oder die Standposition beeinträchtigt. Behinderung ist dann nicht gegeben, wenn sie nur bei der Ausführung eines in der aktuellen Situation ganz und gar ungewöhnlichen oder unangemessenen Schlages auftreten würde.

Der Spieler selbst muss den Ball fallen lassen mit dem gestreckten Arm aus Schulterhöhe und so, dass er den Auftreffpunkt des Balles sehen kann.

Vorgehensweise:

Zunächst ermittelt man mit demjenigen Schläger, der dem beabsichtigten Schlag angemessenen wäre, den Bezugspunkt der Erleichterung. Das ist der nächstgelegene Platz für den Ball (nicht näher zum Loch), bei dem keine Behinderung gegeben wäre. Der nächstgelegene Punkt ist streng definiert: Er gilt, auch wenn er im Rough oder dicht an einem Baum liegt. In den allermeisten Fällen ist der nächstgelegene Platz für Links- und Rechtshänder verschieden.

Um diesen Bezugspunkt denkt man sich einen Kreis mit dem Radius einer Schlägerlänge (dafür darf man jetzt den längsten Schläger nehmen, den man mitführt). Innerhalb dieses Kreises darf man den Ball fallen lassen auf alle Punkte, die nicht näher zum Loch liegen als der ermittelte Bezugspunkt.Trifft der Ball beim ersten Bodenkontakt auf eine Stelle, die näher zum Loch liegt als der Bezugspunkt, so ist das Fallenlassen ungültig und wird nicht gezählt.

Das Fallenlassen zählt, muss aber wiederholt werden, wenn der Ball

  • zur Ruhe kommt an einer Stelle, die näher zum Loch liegt als der Bezugspunkt,
  • mehr als zwei Schlägerlängen vom Auftreffpunkt entfernt zur Ruhe kommt,
  • in ein Hindernis hinein- oder aus einem Hindernis hinausläuft.

Wenn der Ball auch bei erneutem Fallenlassen wiederholt werden müsste, muss er an der Stelle hingelegt werden, bei der er beim zweiten Versuch zuerst auf dem Boden aufgekommen ist.

Trifft der fallengelassene Ball den Spieler oder seine Ausrüstung (z.B. den Schuh oder einen zum Abmessen hingelegten Schläger), so muss das Fallenlassen wiederholt werden, es gibt aber keinen Strafschlag.

 

© Dr. Jörn Roth

Ball fallen lassen (2)

mit Strafschlag, wenn der Ball im Wasserhindernis liegt.

Der Spieler selbst muss den Ball fallen lassen mit dem gestreckten Arm aus Schulterhöhe und so, dass er den Auftreffpunkt des Balles sehen kann.

Wählt man die Wiederholung des Schlages von der vorherigen Stelle, so lässt man den Ball nahe der möglichst genau geschätzten Stelle fallen. War der vorige Schlag ein Abschlag, darf man den Ball aufteen.

Als Vorbereitung der anderen Möglichkeiten legt man zunächst, u.U. mit Hilfe des Zählers oder der Mitspieler, den Bezugspunkt der Erleichterung fest. Das ist am Wasserhindernis der Punkt, an dem der Ball zuletzt die Grenze zum Hindernis überschritten hat.

Wählt man das Zurückgehen auf der Verlängerung der Linie Loch-Bezugspunkt, so muss man den Ball genau auf dieser Linie fallen lassen. Das ist wichtig, denn es drohen 2 Strafschläge, u.U. sogar die Disqualifikation in folgenden Fällen:

  • Man kann beim Zurückgehen die Fahne nicht sehen, weil z.B. Büsche die Sicht versperren. In diesem Fall sollte man sich von einem Flightpartner einweisen lassen.
  • Man geht mehr oder weniger unbewusst nicht auf einer Geraden, sondern in einer Kurve zurück (und kann im Extremfall plötzlich sogar am Hindernis vorbei direkt auf die Fahne zuspielen).
  • Falls man nicht genau auf der vorgeschriebenen Geraden dropt, handelt man sich in jedem Fall 2 Strafschläge ein. Wenn man sich dabei zusätzlich einen erkennbaren Vorteil verschafft, erfolgt die Disqualifikation.

Wählt man beim seitlichen Wasserhindernis als Erleichterung das Fallenlassen am echten Bezugspunkt oder dem konstruierten Bezugspunkt auf der Gegenseite des Hindernisses, so geht man folgendermaßen vor:

Um den Bezugspunkt denkt man sich einen Kreis mit dem Radius von zwei Schlägerlängen (dafür darf man den längsten Schläger nehmen, den man mitführt). Innerhalb dieses Kreises darf man den Ball fallen lassen auf alle Punkte, die nicht näher zum Loch liegen als der Bezugspunkt. Trifft der Ball beim ersten Bodenkontakt auf eine Stelle, die näher zum Loch liegt als der Bezugspunkt, so ist das Fallenlassen ungültig und wird nicht gezählt.

Das Fallenlassen zählt, muss aber wiederholt werden, wenn der Ball

  • zur Ruhe kommt an einer Stelle, die näher zum Loch liegt als der Bezugspunkt,
  • mehr als zwei Schlägerlängen vom Auftreffpunkt entfernt zu Ruhe kommt,
  • in ein Hindernis hinein- oder aus einem Hindernis hinausläuft.

Wenn der Ball auch bei erneutem Fallenlassen wiederholt werden müsste, muss er an der Stelle hingelegt werden, bei der er beim zweiten Versuch zuerst auf dem Boden aufgekommen ist.

Trifft der fallengelassene Ball den Spieler oder seine Ausrüstung (z.B. den Schuh oder einen zum Abmessen hingelegten Schläger), so gibt es keinen Strafschlag, das Fallenlassen zählt nicht, muss aber wiederholt werden.                                                                                                                            

© Dr. Jörn Roth

 

Spielverzögerungen vermeiden

Grundsätzlich gilt bei allen Schlägen ein großzügig bemessenes Zeitlimit: Wenn sich die Spieler eines Flights in benachbarten Positionen befinden, müssen sie für alle Tätigkeiten, die mit ihrem Schlag zusammenhängen, die Grenzzeiten einhalten: 50 sec für den ersten Spieler in der Reihenfolge, 40 sec für alle übrigen.

Die nachfolgenden Vorschläge haben sich in der Praxis sehr bewährt.

 

1. Am Abschlag

Während der erste Spieler seinen Probeschwung macht, sollten die anderen mit Schläger, Ball und Tee schon bereitstehen um sich unmittelbar anzuschließen.

Mindestens ein Mitspieler postiert sich so, dass er den Flug des Balles zur Gänze beobachten kann.

Falls der Ball seitlich der Bahn landet, sprechen sich Spieler und Beobachter sofort über die Geländemarke ab, an der sie den Ball zuletzt gesehen haben.

Ein Viererflight sollte in der Lage sein, alle Abschläge vom ersten Herausnehmen des Schlägers aus dem Bag bis zum letzten Wiedereinstecken innerhalb von 2 Minuten zu bewältigen.

Falls der Ball im Aus oder verloren sein könnte, kündigt der Spieler einen provisorischen Ball an, bereitet sich vor und spielt ihn, nachdem das letzte Flightmitglied abgeschlagen hat.

Die beste Gelegenheit für einen Schluck aus der Getränkeflasche oder einen Imbiß ist am Abschlag, während man warten muss, bis der Vorflight sich genügend weit entfernt hat.

 

2. Auf der Bahn

Das Gehtempo von gemächlichen 3 km/h auf immer noch ruhige 4 km/h zu erhöhen, spart auf 18 Bahnen bereits fast 40 min ein. Die Erfahrung zeigt, dass in vielen Fällen die Behinderung des nachfolgenden Flights schon wegfällt, sobald das Gehtempo etwas angezogen wird.

Bereits während der Annäherung an den Ball entscheidet sich der Spieler, mit welcher Strategie und mit welchem Schläger er weiterspielen will. In Vorbereitung auf ihre Schläge tun das auch schon die Mitspieler.

Alle Spieler gehen sofort weiter, sobald der Schlag, dessentwegen sie stehen geblieben sind, gemacht worden ist.

Falls die Suche nach einem Ball voraussehbar schwierig wird, beteiligen sich immer alle Spieler des Flights daran.

Wenn ein Ball im Wasserhindernis oder im Aus ist, wird nicht nach ihm gesucht, es sei denn, er ist schon beim Herangehen zu sehen und leicht zu erreichen.

Bevor man das Grün betritt, stellt man seine Golftasche auf dem Weg zum nächsten Abschlag ab.

Stillstandspausen, in denen nichts passiert, sind vergeudete Zeit.

 

3. Auf dem Grün

Während der erste Spieler sich seine Puttlinie ansieht, tun das auch so weit wie möglich die Mitspieler.

Jeder Spieler nennt beim Herausnehmen des Balles aus dem Loch seine Schlagzahl. Jegliche Diskussion sollte an den nächsten Abschlag verlegt werden.

Weiterputten bevorzugen: Wer entsprechend der Entfernungsregel den Ball nach seinem Putt markieren und aufnehmen müsste, hat das Recht, stattdessen gleich weiter zu putten. Er muss nicht die Einwilligung der Mitspieler einholen, sollte aber über seine Absicht informieren.

Schon vor dem Putt des letzten Spielers macht sich ein Mitspieler bereit, die Fahne aufzunehmen und ins Loch zu stellen. Anschließend gehen alle Spieler zügig vom Grün.

Die Zählkarten werden erst am nächsten Abschlag vervollständigt.

 

©  Dr. Jörn Roth

Problem Spielbehinderung

Themen, die auf allen Golfplätzen der Welt die meisten Klagen und hitzigsten Diskussionen erregen, sind

  • der vorausspielende Flight behindert durch geradezu provozierende Langsamkeit
  • der vorausspielende Flight hält sich nicht an die Regeln

Das Lösen der damit beschriebenen Probleme ist von überragender Bedeutung für einen friedlichen Umgang miteinander und für den Erhalt der Freude am Spiel. Die folgenden beiden aufeinander aufbauenden Texte sollen dazu dienen, Antworten auf die Fragen zu finden:

  • Wodurch kann man verhindern, dass es überhaupt zu Behinderung durch langsames Spiel kommt?
  • Was müssen die Beteiligten tun, wenn sich tatsächlich eine Behinderung entwickelt hat?

Welches sind die wirksamsten Maßnahmen um zu verhindern, dass es überhaupt zu Behinderung durch langsames Spiel kommt?
 

Bis auf die erste und die letzte Spielergruppe des Tages ist jeder Flight zugleich Vorder- und Hintermann. Die beiden sind in einer psychologisch grundlegend unterschiedlichen Situation:

  • Der nachfolgende Flight hat zwangsläufig den vorausspielenden ständig im Blick und hat im Behinderungsfall den Verursacher unmittelbar vor Augen.
  • Der vorausspielende Flight ist in einer viel besseren Lage: Solange er es vermeidet, nach hinten zu sehen, spielt die Welt hinter ihm keine Rolle. Das ist die klassische Ausgangslage für die häufigsten stresserzeugenden Situationen.

Oberstes Gebot für alle Flightmitglieder muss es daher sein, häufig genug den Blick nach hinten zu richten, regelmäßig aber beim Verlassen des Grüns und in der Mitte jeder Bahn. Das ist die beste und grundlegende Voraussetzung dafür, Behinderungen gar nicht erst entstehen zu lassen. Also:

Regelmäßig nach hinten blicken.

Falls ein Flight bemerkt hat, dass die Nachfolgegruppe näherkommt, ist die allererste Maßnahme, über die man sich im Flight absprechen sollte: Gehtempo überprüfen.

Das normale Fußgängertempo auf freier Strecke liegt bei etwa 5 Stundenkilometern, auf dem Golfplatz schaffen langsame Flights ungefähr 3 km/h. Eine Erhöhung auf immer noch entspannte 4 km/h verringert auf unserem Platz (kürzeste Gehstrecke für Männer: 7503 m) die Rundenzeit um etwa 40 min. Damit ist, wie auch die tägliche Erfahrung zeigt, in den meisten Fällen das Problem aus der Welt geschafft, da der Abstand zum nachfolgenden Flight groß genug bleibt.

Wenn der nachfolgende Flight trotzdem näherrückt, und es bald zur Behinderung kommen könnte:

Frühzeitig im Flight absprechen, ob, wann und wie man überholen lassen will.

Wenn man sich darüber einig ist, sollte man bei der nächsten Gelegenheit dem nachfolgenden Flight mitteilen, dass man ihn vorbeilassen wird. Das entspannt die Situation für beide Flights von vornherein.

 

©  Dr. Jörn Roth

Durchspielen lassen

Wer bestimmt, ob die Bedingungen für das durchspielen lassen gegeben sind?
Nicht die Entscheidung eines Flights, sondern ausschließlich die Regeln!

Die Regel (zitiert aus unserer Spiel- und Platz-Ordnung) lautet: Wenn eine Spielergruppe die nachfolgende in ihrem Spiel behindert, muss sie zum Überholen auffordern, sofern die Spielbahn nach vorn im Bereich der Länge von mehr als zwei vollen Schlägen frei ist.

Zur Schonung der Nerven aller Beteiligten ist es am günstigsten, wenn der Überholvorgang optimiert wird. Dazu gehört, frühzeitig den Nachfolgern ankündigen, dass man überholen lassen will. Das veranlasst den nachfolgenden Flight, schon etwas dichter aufzurücken und auf Zeichen des Vorflights zu achten.

Möglichst dabei gleich angeben, wo man überholen lassen will. Nach aller Erfahrung ist es am günstigsten, einen Flight am Abschlag durchspielen zu lassen. Zur Vorbereitung dazu und zur Verringerung der Wartezeit hat es sich als nützlich erwiesen, gleitend überholen zu lassen. Dabei geht am wenigsten Zeit mit dem zu Recht als konzentrationsbelastend beklagten untätigen Stillstehen verloren. Sobald die Bälle des Vorflights auf dem Grün liegen und markiert sind, tritt der Flight zur Seite und gibt den Nachfolgern Zeichen, seine Schläge in Richtung Grün zu machen. Unmittelbar danach setzt der Vorflight sein Spiel auf dem Grün fort. (Falls der Ball eines Nachfolgers markiert und zur Seite gelegt werden musste, muss er anschließend zurückgelegt werden).
Für dies Verfahren eignen sich ganz besonders gut unsere langen PAR-3-Bahnen (3 und 10).

Sehr empfehlenswert zum Ausnutzen der eingeplanten Wartezeit, aber möglichst nur nach vorheriger Absprache mit den Nachfolgern durchzuführen, ist folgendes Vorgehen: Die Spieler des Vorflights machen nach dem Erreichen des nächsten Abschlags noch ihre Abschläge und treten dann erst zum Warten zur Seite. Der Vorteil: Bei missglückten Schlägen könnten sie unmittelbar nach den Abschlägen der Überholer mit nach vorn gehen, mit einer eventuellen Suche beginnen und Zeit gewinnen.

Falls die Überholer ihrerseits wegen eines verzogenen Schlages voraussichtlich suchen müssen, ist es zweckmässig, sofort zu entscheiden, ob der Überholvorgang vertagt wird.

Nicht vorher zu planen ist ein typisches und günstiges Ereignis für den Start des Überholvorgangs während des Spielens einer Bahn: Wenn zwei Spielergruppen dicht hintereinander spielen und die vordere erkennt, dass sie nach einem Ball wird suchen müssen, sollte sie die nachfolgende Gruppe sofort zum Durchspielen auffordern.

Wann sollte ein so begonnener Überholvorgang abgebrochen werden? Wenn die durchspielende Gruppe ihrerseits erkennt, dass sie nach einem Ball wird suchen müssen, muss sie das ihren Vorderleuten sofort signalisieren, damit diese - sofern möglich - ihr Spiel ohne weiteres Warten wieder aufnehmen können.

© Dr. Jörn Roth

Spielen eines provisorischen Balles

Von dieser Möglichkeit sollte zur Beschleunigung des Spieles großzügig Gebrauch gemacht werden. Allerdings setzen die Regeln Bedingungen, die exakt eingehalten werden müssen.

Einen provisorischen Ball darf man nicht mehr spielen,

  • wenn man nach dem Schlagen eines Balles bereits mehr als 45 Meter weitergegangen ist, oder
  • wenn sichere Anzeichen dafür vorliegen, dass der Ball in einem Wasserhindernis gelandet ist

Ein Ball, der unter Verletzung dieser Bedingungen gespielt wird, ist in jedem Fall neuer ´Ball im Spiel´ mit entsprechender Zählung, also: Schlagzahl vor dem neuen Ball+Strafschlag+Schlag des neuen Balls.

Vor dem Schlagen eines provisorischen Balls muss man ihn den Mitspielern unter Verwendung des  Wortes „provisorisch“ ankündigen. Unterlässt man das, ist der Ball mit dem Schlag neuer ´Ball im Spiel´ mit entsprechender Zählung. Der ursprüngliche Ball gilt als verloren, ist also aus dem Spiel.

Zur sicheren Unterscheidung vom ursprünglichen Ball sollte man den Mitspielern die Marke und besonderen Kennzeichen des provisorischen Balles vor dem Einsatz mitteilen. Andernfalls besteht folgende Gefahr: Werden beide Bälle gefunden, und man kann sie nicht mit Sicherheit als ersten oder provisorischen Ball auseinanderhalten, dann gilt der, den man dann zum Weiterspielen aussucht, auf jeden Fall als ein neuer Ball mit der entsprechenden Zählung.

Den provisorischen Ball darf man zunächst solange weiterspielen, bis er näher zum Loch liegt als die Stelle, an der man den ursprünglichen Ball vermutet. Wird der provisorische Ball an oder jenseits dieser Stelle weitergespielt, so wird der provisorische Ball zum Ball im Spiel mit entsprechender Zählung. Der ursprüngliche Ball gilt als verloren.

Wird der ursprüngliche Ball innerhalb von fünf Minuten Suchzeit nicht gefunden, so wird der provisorische Ball automatisch Ball im Spiel mit entsprechender Zählung, also beginnend mit mindestens zwei Schlägen mehr als der ursprüngliche Ball.

Wird der ursprüngliche Ball vom Spieler oder den Mitspielern innerhalb der Suchzeit von maximal 5 Minuten gefunden, so muss er weitergespielt oder für unspielbar erklärt werden. Es besteht keine Wahlmöglichkeit, statt dessen den provisorischen weiterzuspielen.

Die Möglichkeit, den ursprünglichen Ball aufzugeben, indem man erklärt, man gebe ihn auf, gibt es nicht. Kriterium ist entweder die Beendigung der Suche oder das Weiterspielen des provisorischen Balles an oder jenseits der Stelle, an der man den ursprünglichen Ball vermutet.

Eventuelle Strafschläge, die sich mit dem provisorischen Ball ergeben haben, entfallen, wenn der provisorische Ball nicht ´Ball im Spiel´ wird.

© Dr. Jörn Roth

Einen Ball für unspielbar erklären

Ein Spieler kann seinen Ball überall auf dem Platz für unspielbar erklären und einen neuen Ball spielen, außer der Ball liegt im Wasserhindernis.

Wie wird nach einer Unspielbarkeitserklärung ein neuer Ball ins Spiel gebracht? Grundsätzlich hat der Spieler drei Möglichkeiten mit jeweils einem Strafschlag:

  1. Er kann einen neuen Ball sofort an der Stelle des letzten Schlages ins Spiel bringen. Dabei muss er den ursprünglichen Ball gar nicht erst suchen, und wenn der letzte Schlag der Abschlag war, darf er den neuen Ball aufteen.
  2. Bei dieser und der folgenden Möglichkeit muss die Position des ursprünglichen Balls bekannt sein oder der Ball muss innerhalb der Suchzeit von fünf Minuten gefunden werden. Ansonsten muss der Spieler zurückgehen und einen neuen Ball an der Stelle des vorherigen Schlages ins Spiel bringen.Wird der Ball gefunden, ist der Bezugspunkt der Erleichterung wichtig. Das ist der Punkt, an dem der Ball liegt.Jetzt kann der Spieler einen Ball innerhalb von zwei Schlägerlängen zum Bezugspunkt fallen lassen. Man geht folgendermaßen vor: Um den Bezugspunkt denkt man sich einen Kreis mit dem Radius von zwei Schlägerlängen (dafür darf man den längsten Schläger nehmen, den man mitführt). Innerhalb dieses Kreises darf man den Ball fallen lassen auf alle Punkte, die nicht näher zum Loch liegen als der Bezugspunkt.Lag der für unspielbar erklärte Ball im Bunker, so muss innerhalb des Bunkers fallen gelassen werden. Liegt der Ball nach dem ordnungsgemäßen Fallenlassen immer noch nicht spielbar, dürfte man ihn wieder für unspielbar erklären und unter Anrechnung eines weiteren Strafschlages erneut nach Möglichkeit 2 oder 3 vorgehen.
  3. Der  Spieler kann auf der Linie Loch-Bezugspunkt beliebig weit zurückgehen und den Ball genau auf dieser Linie fallen lassen. Lag der für unspielbar erklärte Ball im Bunker, so muss auch bei dieser Möglichkeit innerhalb des Bunkers fallen gelassen werden.

In jedem Fall muss der Spieler selbst den Ball fallen lassen mit gestrecktem Arm aus Schulterhöhe und zwar so, dass er den Auftreffpunkt des Balles sehen kann.

Das Fallenlassen muss wiederholt werden, wenn der Ball

entweder zur Ruhe kommt an einer Stelle, die näher zum Loch liegt als der Bezugspunkt,

mehr als zwei Schlägerlängen vom Auftreffpunkt entfernt zu Ruhe kommt,

in ein Hindernis hinein- oder aus einem Hindernis hinausläuft.

Wenn der Ball auch nach dem erneutem Fallenlassen wiederholt werden müsste, muss er an der Stelle hingelegt werden, bei der er beim zweiten Versuch zuerst den Boden berührt hat.

© Dr. Jörn Roth

Verhalten bei Regelverstößen durch Flightmitglieder

Grundsätzlich muss erreicht werden, dass die Regeln exakt, das heißt auch in vermeintlichen Kleinigkeiten, eingehalten werden. Das ist für die Stärkung des Spirit of the game ohne Abstriche notwendig.

Regelverstöße werden in den meisten Fällen aus Unwissenheit begangen.

Die wirksamste Methode zur Verbreitung und Festigung der Regeln ist die Hilfestellung im Flight während des Spiels.

 

Das größte Hindernis, einen Mitspieler auf eine Regelverletzung aufmerksam zu machen, ist die durch viele Erfahrungen gestützte Befürchtung, dass das Klima im Flight und damit die Freude am Spiel beeinträchtigt wird.

Deshalb muss man besondere Aufmerksamkeit darauf richten, wie und wann man etwas sagt. Niemand lässt sich gern auf ein Fehlverhalten hinweisen.

In jedem Fall verbessert man die Chance, dass ein Hinweis akzeptiert wird, schon dadurch, dass man bereits in der Formulierung jeden Beigeschmack von Belehrung oder Besserwisserei vermeidet. Wichtig ist, es dem Angesprochenen zu erleichtern, einen Fehler zu vermeiden oder zu korrigieren.

Dazu dienen Satzanfänge wie „ich glaube“ oder „ich meine“. Beispiel: „Ich glaube, dass  der Ball eher hier ins Wasser geflogen ist“. Oder: „Ich meine, dass die Regelung mit den zwei Schlägerlängen zur Seite nur beim seitlichen Wasser gilt.“ Oder bei Unklarheiten über die Schlagzahl: „Lass uns lieber die einzelnen Schläge nochmal nachverfolgen.“

Wichtig ist in jedem Fall, wann man etwas sagt oder tut, um auf die Einhaltung der Regeln hinzuwirken.

Rein formal darf jeder Spieler einen Regelverstoß bei einem Mitspieler geschehen lassen. Er muss aber anschließend dafür sorgen, dass die vorgesehen Strafe angerechnet wird.

Im Normalfall sollte man aber aus Fairnessgründen rasch entscheiden, ob man durch eine beherzte Aktion verhindern will, dass sich ein Mitspieler Strafschläge zuzieht, etwa, wenn man sieht, dass er vorhat, einen Aus-Pfahl herauszuziehen, an einer falschen Stelle zu droppen oder im Hindernis etwas beiseite zu räumen. Ein Eingreifen in solchen Fällen gilt nicht als (verbotene) Belehrung, sondern als erlaubten (und erwünschten) Hinweis auf die Regeln.

Eine Empfehlung zum Abwägen des günstigsten Zeitpunktes eines Regelhinweises: Aus psychologischen Gründen könnte man sich in manchen Situationen nach eigener Entscheidung und durchaus auch im Sinne des Spirit of the game die Freiheit nehmen, bei unerheblichen, einmaligen und aus Unkenntnis begangenen Verstößen, die dem Spieler keinen erkennbaren Vorteil verschaffen, nicht auf einer Bestrafung zu bestehen.

Zu solchen ´lässlichen Sünden´ gehört beispielsweise:

  • Ball fallenlassen aus weniger als Schulterhöhe,
  • beim Einstieg in den Bunker den Sand geringfügig mit dem Schläger berühren,
  • Ball zum Identifizieren ohne Vorankündigung aufheben, ihn aber anschließend erkennbar richtig zurücklegen,
  • weit vom Grün entfernt im Rough das Gras durch Auftupfen des Schlägers leicht niederdrücken,
  • Ball weit vom Grün entfernt am Wasserhindernis geringfügig außerhalb des erlaubten Bereichs fallen lassen.

Man muss anschließend allerdings ganz konsequent sein und den Spieler nach dem Schlag über die Regeln informieren und danach genau auf deren Einhaltung achten.

Man sollte auch nie vergessen, dass man einen Mitspieler auch auf eine für ihn vorteilhaftere Regelanwendung hinweisen darf.

In – zum Glück selten vorkommenden – Fällen, in denen ein Hinweis auf die Regeln völlig zurückgewiesen wird, ist folgende Formulierung nützlich: „Natürlich sind ausschließlich Sie selbst für Ihr Spiel verantwortlich. Aber wenn jemand der Spielleitung berichtet, ich hätte einen Regelverstoß beobachtet und ohne Reaktion hingenommen, riskiere ich meine Disqualifikation. Davor muss ich mich schützen.“

                                                                                                                                            

© Dr. Jörn Roth

Wasserhindernisse:  1. Frontales, gelb ausgestecktes Wasserhindernis

Wenn ein Ball in Richtung auf ein Wasserhindernis fliegt, sollten alle Mitglieder des Flights den Flug genau verfolgen, um eventuell bei der Festlegung des Bezugspunktes zu helfen, an dem der Ball zuletzt die Grenze zum Hindernis überschritten hat.

Der Ball ist bereits im Hindernis, wenn er die Verbindungslinie der bahnseitigen Kanten der Pfähle oder eine gesprühte Grenzlinie berührt.

Die Pfähle gelten bei uns als unbewegliche Hemmnisse. Erleichterung darf nur in Anspruch genommen werden, wenn der Ball außerhalb des Hindernisses liegt. Herausziehen eines Pfahles (gleich welcher Farbe) ist bei uns mit 2 Strafschlägen belegt.

 

Es gibt 3 Möglichkeiten zum Weiterspielen:

  1. Von der Stelle des letzten Schlages. Ball dort fallen lassen. Wenn der letzte Schlag ein Abschlag war, darf man aufteen.
  2. Aus dem Hindernis.
  3. Auf der Verlängerung der Linie Fahne-Bezugspunkt beliebig weit zurückgehen. Ball dort fallen lassen. Dabei geht der direkte Schlag zum Grün immer über das Hindernis.

Die Möglichkeit, innerhalb von 2 Schlägerlängen um den Bezugspunkt zu droppen, gibt es beim frontalen Wasserhindernis nicht!

Wichtig bei Möglichkeit 2, dem Schlag aus dem Hindernis:

Beim eigentlichen Schlag, der Vorwärtsbewegung des Schlägers, darf alles im Hindernis Befindliche berührt, auch beschädigt werden.

Sonst darf alles Angewachsene berührt, aber nicht beschädigt werden. Lose hinderliche Naturstoffe dürfen nicht berührt oder gar bewegt werden.

Der Schläger darf nur schwebend gehalten, nicht mit dem Druck seines eigenen Gewichts oder mehr aufgesetzt werden. Ausnahme: Abstützen mit dem Schläger, um einen Sturz zu vermeiden.

Bei der Möglichkeit 3, dem ´Zurückgehen auf der Linie´, drohen bei zwei häufigen Regelverstößen 2 Strafschläge, u.U. sogar die Disqualifikation:

Man kann beim Zurückgehen die Fahne nicht sehen, weil z.B. Büsche die Sicht versperren. In diesem Fall sollte man sich von einem Flightpartner einweisen lassen.

Man geht mehr oder weniger unbewusst nicht auf einer Geraden, sondern in einer Kurve zurück und kann plötzlich sogar am Hindernis vorbei direkt auf die Fahne zuspielen.

Falls man nicht genau auf der vorgeschriebenen Linie droppt, handelt man sich auf jeden Fall 2 Strafschläge ein. Wenn man sich dabei zusätzlich einen erkennbaren Vorteil verschafft, die Disqualifikation.

 

© Dr. Jörn Roth

Wasserhindernisse: 2. Seitliches, rot ausgestecktes Wasserhindernis

Wenn ein Ball in Richtung auf ein Wasserhindernis fliegt, sollten alle Mitglieder des Flights den Flug genau verfolgen, um eventuell bei der Festlegung des Bezugspunktes zu helfen, an dem der Ball zuletzt die Grenze zum Hindernis überschritten hat.

Der Ball ist bereits im Hindernis, wenn er die Verbindungslinie der bahnseitigen Kanten der Pfähle oder eine gesprühte Grenzlinie berührt.

Die Pfähle gelten bei uns als unbewegliche Hemmnisse. Erleichterung darf nur in Anspruch genommen werden, wenn der Ball außerhalb des Hindernisses liegt. Herausziehen eines Pfahles (gleich welcher Farbe) ist bei uns mit 2 Strafschlägen belegt.

 

5 Möglichkeiten zum Weiterspielen:

  1. Von der Stelle des letzten Schlages.
  2. Aus dem Hindernis.
  3. Auf der Linie Fahne-Bezugspunkt beliebig weit zurück.
  4. Ball fallen lassen innerhalb von 2 Schlägerlängen vom Bezugspunkt, nicht näher zur Fahne.
  5. Ball fallen lassen innerhalb von 2 Schlägerlängen von einem künstlichen Bezugspunkt auf der gegenüberliegenden Seite des Wasserhindernisses, der genausoweit von der Fahne entfernt ist wie der echte Bezugspunkt.

Wichtig bei Möglichkeit 2:

Beim eigentlichen Schlag, der Vorwärtsbewegung des Schlägers, darf alles im Hindernis Befindliche berührt, auch beschädigt werden.

Sonst darf alles Angewachsene berührt, aber nicht beschädigt werden, lose hinderliche Naturstoffe dürfen nicht berührt oder gar bewegt werden.

Der Schläger darf nur schwebend gehalten, nicht mit dem Druck seines eigenen Gewichts oder mehr aufgesetzt werden. Ausnahme: Abstützen mit dem Schläger, um einen Sturz zu vermeiden.

Bei der Möglichkeit 3, dem ´Zurückgehen auf der Linie´, drohen bei zwei häufigen Regelverstößen 2 Strafschläge, u.U. sogar die Disqualifikation:

Man kann beim Zurückgehen die Fahne nicht sehen, weil z.B. Büsche die Sicht versperren. In diesem Fall sollte man sich von einem Flightpartner einweisen lassen.

Man geht mehr oder weniger unbewusst nicht auf einer Geraden, sondern in einer Kurve zurück und kann plötzlich sogar am Hindernis vorbei direkt auf die Fahne zuspielen.

Falls man nicht genau auf der vorgeschriebenen Linie droppt, handelt man sich auf jeden Fall 2 Strafschläge ein. Wenn man sich dabei zusätzlich einen erkennbaren Vorteil verschafft, die Disqualifikation.

 

© Dr. Jörn Roth

Allgemeine Hinweise und Definitionen (1)

Merk- und Entscheidungshilfen

Wie kann man selbst ableiten, ob man den Ball innerhalb einer oder zweier Schlägerlängen fallen lassen darf?

Zwei Schlägerlängen, wenn man einen Strafschlag hinnehmen muss (z.B. Ball im Hindernis oder für unspielbar erklärt). Man erhält praktisch einen Bonus für die Bezahlung durch den Strafschlag.

Eine Schlägerlänge, wenn kostenlose Erleichterung in Anspruch genommen werden kann.

Gibt es eine Logik hinter der Begründung, ob ein Regelverstoß mit einem oder mit zwei Strafschlägen belegt ist?

Leider nein. Im Ernstfall hilft nur ein Blick in das aktuelle Regelbuch. Wenn das nicht zur Hand ist, bleibt nur die Möglichkeit, den Fall unentschieden zu lassen und nach dem Spiel der Spielleitung vorzutragen.

Was sind Hindernisse?

a. Gelb oder rot ausgesteckte oder durch gelbe oder rote Linien gekennzeichnete Wasserhindernisse, die nicht unbedingt Wasser führen müssen.

b. Sandhindernisse (Bunker).

Was sind Hemmnisse?

Hemmnisse auf dem Platz sind künstlich hergestellte oder angebrachte Gegenstände (mit Ausnahme aller Kennzeichnungen des Aus-Bereiches). Es gibt bewegliche und unbewegliche Hemmnisse.
Unbeweglich sind sie, wenn sie nicht oder nur mit unangemessenem Kraftaufwand wegbewegt werden können oder zu unbeweglichen Hemmnissen erklärt worden sind (bei uns alle farbigen Pfähle).

Als unbeweglich gelten generell beispielsweise Schutzgitter, Schutzhütten, Sitzbänke, Findlinge als Entfernungsmarkierungen, Stützpfähle von Bäumen (nicht die Bäume selbst!), Gießringe um Bäume, Sprengwasserauslässe, alle befestigten Wege. Von unbeweglichen Hemmnissen darf man straflos Erleichterung in Anspruch nehmen.

Als beweglich gelten z.B. Absperrleinen oder -ketten, gesteckte Hinweisschilder, Harken in oder außerhalb von Bunkern. Bewegliche Hemmnisse darf man aus dem Weg räumen. Wenn sich der Ball dabei bewegt, ist das straflos, man muss man ihn aber zurücklegen.

 

© Dr. Jörn Roth

Allgemeine Hinweise und Definitionen (2)

Ungewöhnlich beschaffener Boden kann sein:

a. Boden in Ausbesserung, als solcher erklärt durch eine Platzregel, meist durch blaue Pfähle oder Linien gekennzeichnet.

b. Laufweg, Loch oder Ausgeworfenes eines Erdgänge grabenden Tieres, Reptils oder Vogels.

c. Zeitweiliges Wasser, z.B. Pfützen nach Regenguss.

Normalerweise darf man selbst entscheiden, ob man Erleichterung in Anspruch nimmt oder nicht. Die Spielleitung kann aber bestimmen, dass Erleichterung genommen werden muss.

Generelle Regeln zum Fallenlassen:

Der Spieler selbst muss den Ball aus Schulterhöhe mit gestrecktem Arm aus den Fingern loslassen, ohne ihm einen Drall oder eine von der Senkrechten abweichende Flugbahn zu geben.

Der Arm sollte nach vorn gestreckt werden, damit man den Ball mit den Augen verfolgen und den Auftreffpunkt feststellen kann.

Was ist ein Schlag?

Der Schlag ist die Vorwärtsbewegung des Schlägers, ausgeführt in der Absicht, den Ball zu treffen.

Wenn die Absicht zum Schlag bestanden hat, zählt auch ein Luftschlag als Schlag.

Wenn keine Absicht bestanden hat – z.B. der Ball beim Probeschwung versehentlich getroffen wurde – wurde zwar kein Schlag gemacht, der Ball gilt aber als bewegt, wofür ein Strafschlag anfällt. Der Ball muss zurückgelegt werden. Unerheblich ist, wohin der Ball versehentlich bewegt wurde, z.B. ins Aus oder ins Wasser. Es fällt kein weiterer Strafschlag mehr an.

Als bewegt gilt ein Ball, wenn er seine Lage verlässt und anderswo zur Ruhe kommt.

In welchem Bereich um einen Bezugspunkt liegen alle Stellen, an denen man einen Ball durch Fallenlassen wieder ins Spiel bringen darf?

Um den ermittelten Bezugspunkt herum in einem Kreis mit dem Radius einer Schlägerlänge (wenn ohne Strafschlag, z.B. beim unbeweglichen Hemmnis) oder zweier Schlägerlängen (mit Strafschlag, z.B. bei Ball im Wasserhindernis), ausgenommen alle Punkte, die näher zum Loch liegen als der Bezugspunkt.

 

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Beherzigenswerte Verhaltensweisen

1. Zwischen Abschlag und Grün

Divots (eigene und fremde) wieder einsetzen.

Die Rasenstücke mit der Wurzelseite nach unten wieder einpassen und festtreten.

Wenn kein Divot zu finden ist, die Ränder des Loches flachtreten.

Golfausrüstung nicht vor dem Grün stehen lassen.

Der richtige Abstellplatz vor Betreten des Grüns liegt abseits in Richtung auf den nächsten Abschlag.

Keine Karren oder Wagen auf dem Vorgrün.

Karren oder Wagen dürfen niemals zwischen Grünbunker und Grün durchgezogen oder -gefahren werden (Ausnahme auf unserem Platz: Bunker rechts am Grün der Bahn 14).

Rücksicht gegenüber den Greenkeepern.

Zugunsten der Mitglieder haben wir keinen festgelegten Tag mehr, an dem der Platz für den allgemeinen Spielbetrieb gesperrt wird, damit die Greeenkeeper ungestört die großen Platzpflegearbeiten durchführen können.

Deshalb sollte es außerhalb der offiziellen Wettspiele selbstverständlich sein, dass die Platzarbeiter ohne jede Einschränkung und ohne jede Diskussion Vorrang auf dem Platz haben.

Die richtige Adresse für Vorschläge zur Verbesserung der Organisation der Platzpflege ist einzig und allein der Vorstand.

 

2. Auf dem Grün – Balleinschlagloch (Pitchmarke) einebnen

Wann entsteht ein Einschlagloch?

Wenn der Ball das Grün im Flug erreicht hat, hinterlässt er ein Einschlagloch. Wenn das beim Betreten des Grüns nicht sofort zu entdecken ist, muss man danach suchen.

Übrigens: Auch fremde Pitchmarken dürfen entfernt werden.

 

Womit ebnet man ein Einschlagloch ein?

Mit einer Pitchgabel. Ein Tee ist ungeeignet.

 

Wie ebnet man ein Einschlagloch ein?

Man sticht die Pitchgabel seitlich rund um das Einschlagloch ein und schiebt unter leichtem Drehen Erdmaterial nach innen, um das Loch mit einem kleinen Hügel auszufüllen. Den ebnet man dann mit dem Putter ein. Das Flachtreten mit dem Schuh ist wegen der Spikes ungeeignet.

Das Anheben des Einschlaglochgrundes mit einer schräg eingestochenen Pitchgabel ist die falsche Methode. Dadurch reißt man die Graswurzeln ab und befördert Luft in den Wurzelbereich.

 

© Dr. Jörn Roth